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16.09.2012 - 1200Hm über den Nandlgrat auf den Schneeberg mit anschließendem eindrucksvollen Gleitschirmflug entlang der Schneebergwände

Schwacher bis mäßiger NO Wind ist von den meisten Wetterprognosen angesagt, eine Prognose sagt NO-NW. Wir entscheiden uns, eine Wanderung auf den Schneeberg zu machen und beim Bergbahnhof zu starten. Ein paar Kollegen möchten mit der Zahnradbahn hinauffahren, Veronika und ich entscheiden uns für einen Aufstieg über den Nandlgrat. Mit dabei im Aufstieg sind diesmal Robert, Daniela und Birgit. Die beiden Mädels möchten den Schneeberggipfel erklimmen und bestreiten mit uns den andauernd steilen und fordernden Nandlgrat direkt durch die Schneebergwände hinauf auf den Schneeberg. Schon im Aufstieg über den Nandlgrat weht starker Wind aus NO, an einen Gleitschirmstart nicht zu denken. Langsam schwächt der Wind ab. Am Ausstieg auf dem Nandlgrat nur mehr wenig Wind. Als wir auf der Fischerhütte ankommen, eine Überraschung: Der Wind hat gedreht, über die Kante weht ein starker S/SO. Was soll das? Kein Wetterbericht hat was von südlichen Winden vorhergesagt! Also runter zum Bergbahnhof, dort kann man neben geplanten NO ja auch unterhalb S und oberhalb SO, am Waxriegel auch SW starten. Gut, dass der Schneeberg mehrere Startrichtungen erlaubt.

Veronika und Robert haben den Gleitschirm-Packsack mit der Zahnradbahn hinaufgeschickt. Während die beiden den Packsack holen, nehme ich mir die Zeit, am Ost-Start oberhalb des Bergbahnhofes die Situation zu beobachten. Ich sehe die Kollegen, die mit der Zahnradbahn hinaufgefahren sind, Richtung S starten. Sie fliegen zum Hengst, ganz schöner Gegenwind. Nur einer erreicht die S-Luvseite vom Hengst, doch dort geht komischerweise nichts im Hangwind? Alle fliegen weiter Richtung Puchberg ins Tal. Doch einiges an Gegenwind und kein Hangwind am Hengst? Was ist da los? Der Hengst ist total abgeschattet, kein einziger Sonnenfleck. Der Wind wird allmählich immer schwächer. Ich denke mir, der Hengst liegt tiefer, vermutlich ist dort der Wind schon schwächer, und keine Sonne, also kein Hangfliegen, keine Thermik. Ok, ich brauche eine Alternative. Ich möchte fliegen! Ich beobachte einige Vögel, die soaren vor mir die Wände entlang. Ich beobachte den Wind, er kommt fast direkt die Wände entlang, er wird immer schwächer, nur mehr etwas von vorne rechts von SSO, hat aber noch eine ganz leichte Ost-Komponente. Einzig in Losenheim scheint noch die Sonne. Ich habe mitlerweile meinen Gleitschirm aufgelegt und bin startbereit. Da kommen Robert und Veronika. Ich sage ihnen, dass am Hengst nichts geht, und ich mein Glück Richtung Sonne auf den Hängen NW von Losenheim (Dürre Leiten) versuchen möchte. Den Hang-parallelen Wind möchte ich als Rückenwind ausnutzen, er soll mich dorthin treiben. Also Entschluss, mit Rückenwind entlang der Schneebergwände zur Sonne bei den Hängen NW von Losenheim.

Ich starte, wie erwartet reicht der SSO-Wind nicht zum Soaren an der Kante. Der Wind kommt einfach zu seitlich, zu wenig Aufwärtskomponente am NO-Hang. Daher weiter wie geplant Richtung Losenheim. Ich sehe Sonnenflecken über Novembergrat und den Felsen vor der Breiten Ries. Ich fliege diese an, ah, es steigt ein wenig, ich drehe ein. Das kurze Steigen reicht nicht. Ich fliege weiter. Doch ich merke, ein ganz klein wenig Sonne und es geht schon was, es ist labil! Ich muss in die Sonne! Ich merke, dass mich der Rückenwind mit etwa 15km/h direkt auf den Nandlgrat zuschiebt. Ich denke mir, der Nandlgrat steht im rechten Winkel zur Windrichtung, also muss doch der Wind dort aufsteigen. Ich fliege also den Nandlgrat direkt an, klasse, es steigt, ich mache Höhe! Immer wieder kommt die Sonne kurz durch, und das gibt sofort ein wenig Thermik. Ich melde über Funk Robert und Veronika, dass es am Nandlgrat geht. Robert startet und findet bereits Thermik über dem Novembergrat. Es entwickelt sich ein beeindruckender Flug direkt über der Breiten Ries und dem Nandlgrat. Robert und Veronika kommen auch. Ein zweites Mal klettern wir am heutigen Tag den Mittelteil des Nandelgrates hoch, diesmal jedoch mit Naturkraft ohne körperliche Anstrengung :-)! Der Hangwind als Grundlage und immer wieder etwas Steigen, sobald die Sonne wieder durchblickt. Beeindruckend so nah an den Schneebergwänden zu fliegen. Es ist ruhig, keine Turbulenzen, ein sehr angenehmes Steigen, Soaren und Fliegen. Wir fliegen ca. 40min ober dem Nandlgrat und der Breiten Ries und bestaunen die Felswände.

Der Wind wird schwächer, ich beschließe abzufliegen und den Plan Richtung Dürre Leiten zu verfolgen. Noch ein Sonnenfleck entsteht, und es steigt sofort wieder. Toll! Wir haben eine labile Kaltluft, weiter zur Sonne zwischen Fadensattel und Losenheim! Wir verlieren über den sonnenbeschienenen Hängen Richtung Fadensattel kaum an Höhe. Veronika fliegt vor, sie fliegt die Sonnenhänge der Dürren Leiten an. Sie meldet am Funk, dass es steigt, wie angenommen! Mit der Sonne nimmt nun auch der Talwind stark zu, Am Fadensattel habe ich nur mehr 8-10km/h Vorwärtsfahrt Richtung Losenheim. Ich bin in der Düse vom Fadensattel. Nichts wie raus weiter entlang der Dürren Leiten. Die Hänge tragen, und es steigt im Geradeausflug. Ich will gar nicht weiter steigen, weil ich befürchte, dass der Wind mit der Höhe stärker wird und ich nicht mehr vorwärts komme. Als Alternative peile ich die Mamauwiese an. Ich fliege also Gegenwind-bedingt nur sehr langsam vor Richtung Losenheim und dann weiter Richtung Landeplatz. Vor dem Landeplatz erwarte ich mir nochmal ein Steigen am Sonnenhang, doch wirft der Talwind ein kleines Lee am vorderen Hügel. Ich fliege Richtung Tal um aus den Turbulenzen zu kommen und dann weiter zur Landung. Robert erkennt das Lee und fliegt noch im Luv des kleinen Berges nördlich von Losenheim weiter. Veronika fliegt noch auf der Dürren Leiten, kommt aber auch zur Landung, weil sie auch vor dem starken SO Wind Respekt hat. Robert leistet uns kurz danach Gesellschaft. Ein toller beeindruckender Flug, erstmals entlang der Schneebergwände endet nach etwas mehr als 1h Flugzeit gemeinsam in Losenheim.

Nach Telefonat mit meinen Kollegen meinen diese, sie wären Richtung Hengst und nicht Richtung Losenheim geflogen, weil sie Respekt vor einem möglichen Lee in den NO Hängen vom S-Höhenwind hatten. Robert sagt mir im Nachhinein, er ist derselben Meinung, er habe sich das auch überlegt, jedoch war der Wind schon so schwach, dass das für ihn ok war. Er sei deshalb auch in der Breiten Ries nicht bis zur Basis auf Hangkante bei der Fischerhütte hinaufgekreist, um nicht in ein mögliches schwaches Lee zu kommen. Interessant, verschiedene Meinungen zu hören. Im Nachhinein betrachtet haben sich meine Annahmen über den gewälten Flugweg im Flug bestätigt und es ergab sich somit ein toller eindrucksvoller Flug, ich hätte jedoch auch noch den S-Höhenwind in meine Überlegungen miteinbeziehen sollen.

Dank an Daniela und Birgit für die nette Gesellschaft im Aufstieg, guter Aufstiegswille und Ausdauer waren immer vorhanden! Beide sind dann noch zum Gipfel weiter und zu Fuß ins Tal ins Schneebergdörfl abgestiegen, wo wir uns dann wieder getroffen haben. Sie haben also 1250Hm im Aufstieg und 1350Hm im Abstieg in den Füßen, sehr fleißig, insbesondere unser Abstieg mit dem Gleitschirm war da körperlich weit weniger anstrengend :-) Weitere Touren im Herbst sind geplant!
Galerie

(1) Blick in die Breite Ries von der Buerkle Huette
(2) Waldanstieg zum Nandlgrat
(3) Rieshuette
(4) Waldanstieg zum Nandlgrat
(5) Nandlgrat
(6) Aufstieg zu den Felswaenden
(7) Rueblick auf Waldanstieg
(8) Uebergang Wald Latschen Fels am Nandlgrat
(9) Teils steile erdige steindurchsetzte Rinnen
(10) Rueckblick Uebergang Wald Latschen
(11) Rast
(12) Kurze Abkletterei
(13) Querung
(14) Steile Rinne im Nandlgrat
(15) Felsanstieg Nandlgrat
(16) Felsanstieg
(17) Rueckblick
(18) Blick auf das Almroeserlhaus
(19) Rueckblick Felsruecken am Nandlgrat
(20) Querung
(21) Kurzes Latschenstueck zum oeberen Nandlgrat
(22) Oberer Nandlgrat
(23) Blick auf Waxriegel und Schneeberg NO Waende
(24) Kurzer mit Seil versicherter Abstieg
(25) Nebel am letzten Aufschwung
(26) Rueckblick auf letztes Steilstueck
(27) Ausstieg
(28) Wiesenweg zur Fischerhuette
(29) Fischerhuette
(30) Blick von Fischerhuette zum Schneeberg Gipfel
(31) Blick von Fischerhuette bis Waxriegel
(32) Anflug Krumme Ries
(33) Wolkenbasis auf Gipfelniveau
(34) Anflug Breite Ries
(35) Kreisen in schwacher Thermik in der Breiten Ries
(36) Kreisen im SO Hangwind beim Nandlgrat
(37) Tiefblick in die Breite Ries
(38) Flug entlang der Schneebergwaende
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