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Mein bislang weitester und längster Segelflug bis zum Hochkönig bei Südföhn, 593km, 10:31.

28.04.2012 - Mäßig bis lebhafter Südföhn ist angesagt. (Nachfolgende Zeiten sind Lokalzeit) Frühstart ist geplant, als ich jedoch um 7:30 auf den Platz komme, ist noch zu wenig Wind auf der Hohen Wand, somit Start erst um 10:00, leider noch immer wenig Wind, es reicht gerade einmal, um sich auf Hangkante zu halten. Mühsames Warten auf einsetzende Thermik beginnt. Die schwierigste Aufgabe ist heute offenbar wieder von der Hohen Wand wegzukommen :-). Nach etwa 1:30h komme ich zumindest auf 1300m, 1400m und beginne ein paar Ausbruchsversuche Richtung Gahns, nicht machbar, immer zu tief. Nach 2h 1600m, vor zum Gahns, Fallen, Fallen, alles verspielt, wieder zurück. Somit Versuch über Himberg und Hengst. Um 12:30 erreiche ich am Plackles immerhin 1550m, fliege vor zum Himberg, kann Höhe halten, fliege weiter zur Hangkante Richtung unteren Hengst, auf Hangwind spekulierend. Ups, was ist da los, 4m Sinken direkt am Hang vom Hengst und fetzen turbulent! Schitt, vermutlich ein Rotor einer Welle die genau am Hang zum Liegen kommt. Ich fliege etwas gegen den Wind vom Hang weg Richtung Süd, 1400m, 1350m, plötzlich fetzt es mich nach oben, ich habe Glück, Luv-Seite des Rotors erreicht! Das Steigen ist sehr turbulent, immerhin erreiche ich 1800m, nichts wie vor zum Gahns ins Luv. Geschafft, es ist 13Uhr. Jetzt gehts los :-).

Wir haben wirklich tollen Südwind, die Rennstrecke tragt. Vor Abflug zum nächsten Berg erkurble ich stets etwas Reservehöhe, so gehts weiter über Rax, Schneealm zur Veitsch. Am Funk bei der Veitsch fliege ich mit ein paar Kollegen, die den Hochschwab direkt nehmen möchten. Wir sind ein Pulk von 4 Fliegern, die sich gegenseitig im turbulenten Kreisen stören, ich entscheide mich für Abflug. Leider die falsche Entscheidung, die anderen fliegen direkt über den Hochschwab Gipfel, ich bin bei den Aflenzer Starizen zu tief, muss dort auftanken, fliege vor zur Windgrube und mache dort an der Luvseite weiter. Beim Bodenbauer erreiche ich 2400m und fliege die Kalte Mauer an. Jetzt kommt der spannende Teil, zuvor noch nie gemacht, die Südroute durchs Gesäuse! Die Hänge tragen gut, am Weg zur kalten Mauer verliere ich gerade einmal 100m und komme dort auf 2300m an. Nachdem ich diese Route noch nie geflogen bin, versuche ich zusätzliche Sicherheitshöhe zu machen. Ich erreiche 2500m, Wiese Mooslandl wissend unter mir, Wiese Admont ein wenig im Plus, Flugplatz Aigen jedoch wie erwartet im Minus. Nachdem ich nicht mehr höher komme, fliege ich ab. Schitt, 4-5m Sinken, was ist los? Dumme Sache, ich bin die Luvkante nicht ausgeflogen und im Lee. Ich verlagere schnell meine Flugspur ins Luv und kann nun auf ca. 2250m Höhe halten. Dieser dumme Fehler hat innerhalb weniger Sekunden 250m Höhe gekostet! Schaut so aus, als könnte ich den Tamischbachturm über Hangkante erreichen, durchatmen :-). Ich erreiche den Tamischbachturm in etwa auf 2000m auf Hangkante. So richtig rauf gehts niergends, ich fliege weiter. Am Buchstein gehts auch nicht wirklich hoch, gerade mal Höhe halten. Ich fliege am Buchstein deutlich unter Hangkante vorbei und spekuliere auf die tieferen Berge danach. Plötzlich 4-5m laminares Steigen, vermutlich eine Welle vom Admonter Reichenstein. Ich komme über den Ausläufern des Buchstein von 2000m auf 2600m hoch, hervorragend. Somit direkt weiter zu den Haller Mauern. Diese tragen toll, weiter gehts gerade aus :-). Auch geradeaus am Bosruck vorbei fliege ich die Weißenbacher Wände an. Dort komme ich in 2200m über Hangkante an und gewinne im Geradeausflug 200m, toll! Am Ende der Weißenbacher Wände nutze ich noch eine 4-5m Thermik bis auf 2600m, um am Grimming gut über Hang anzukommen. Der Grimming tragt gut. Ab dem Grimming habe ich leider unabsichtlich meine Fotokamera verstellt, daher sind einige Fotos bis am Rückflug viel zu hell. Ich möchte versuchen, ab nun nur mehr sehr starke Thermiken zu verwenden, ansonsten im Hangwind geradeaus zu fliegen. Dies gelingt sehr gut. Am Ende des Dachsteins erreiche ich 3300m. Es ist 15:30. 2.5h vom Gahns zum Dachstein, das ist nicht schlecht! Ich bin noch nie weiter geflogen als bis hier her. Ich frage meinen Kollegen Markus G. am Funk nach ECET (ca. 30min nach Sonnenuntergang, spätest erlaubte Landezeit im Sichtflug), er sagt mir 20:38. Vorhergesagtes Thermik-Ende: 18:00. Meine Entscheidung, nichts wie weiter in den Westen! Mit Hangwind nach Hause. Am Tennengebirge fliege ich ohne Höhenverlust in 2700m geradeaus. Kollege Martin S. meinte am Funk, der Hochkönig ist ein Traum. Ok, also direkt weiter zum Hochkönig. Ich komme auf 2300m an, am Beginn noch ober Hang, dann steigt das Gelände rasch und ich komme rasch unter Hang. Na das geht aber gar nicht gut, ich kann mich gerade mal auf 2300m halten. Ich frage am Funk nach, wie das war mit dem Traum am Höchkönig. Martin meint, ich bin zu tief, 2300m ist zu tief, ich muss rauf, dort ist es ein Traum. Na super :-). Ich kann zumindest langsam mit ca. 0.5m steigen, dann wieder Fallen, fast kein Höhengewinn. Na ja, wenns so weiter geht, wirds heute noch sehr spannend, denk ich mir kurz. Nein, falsche Gedanken, konzentrier dich auf den Hangwind und aufs Steigen, da oben ist die Hangkante, dort willst hin. Ich fliege den Hang entlang und erblicke einen abfallenden Grat am Ende des Hochkönigs, der perfekt in der Sonne steht. Hervorragend, es geht, und wie. Es schießt mich nach oben auf 3000m, über dem Gipfelhaus auf 3300m. Ich bestätige Martin per Funk, es ist ein Traum, passt wieder. Es ist 16:15, ich denke mir, genug Abenteuer für heute, hier ist der Wendepunkt.

Zurück gehts Richtung Wr. Neustadt. Der Rückweg verläuft besser als geplant. Vom Hochkönig fliege ich direkt den Dachstein an. Funkmeldungen zufolge soll es eine tragende Linie geben, es funktioniert ganz gut, am Dachstein komme ich auf 2800m an. Ich erreiche wieder 3300m und fliege geradeaus über Grimming und Weißenbacher Wände bis zum Bosruck. Dort holt mich Kollege Markus ein, ich mache noch ein paar Sicherheitshöhenmeter, er zieht unter mir einfach durch Richtung Haller Mauern, so macht das der Profi, denk ich mir :-). Am Ende der Hallermauern, dasselbe Spiel, wieder Sicherheitshöhenmeter für den Flug durchs Gesäuse. Vor dem Gesäuse habe ich Respekt, kein Flugplatz als Landemöglichkeit, nur eine Wiese, und ich muss von hinten über den Hochschwab drüber, der ja bekanntlich nicht nieder ist. Am Buchstein komme ich in eine Welle vom Hochtor, 5m+ Steigen, ich steige auf 3800m. Hervorragend! Ich fliege fast geradeaus weiter bis zur Veitsch. Dort komme ich in 2000m an. Im toll tragenden Hangwind gehts hinauf auf 2200m, weiter über Schneealm zur Rax. Die SW-Seite der Rax geht hervorragend auf 2450m hoch. Es ist 18:15, 2h vom Hochkönig zur Rax, toll, eindeutig zu früh umgedreht :-). Ich bin ca. 450km geflogen, ein wenig spekuliere ich mit 600km. ECET ist immerhin erst um 20:38, noch etwa 2h Zeit, ich habe erst 2 von 6 wertbaren Flugweg-Schenkel verbraucht, könnte also machbar sein. Mein Plan, Gahns => Veitsch im Hangwind, solange es geht. Vom Gahns zurück auf der Rax fliege ich dem Martin nach, der ist am Weg zur Scheealm. Er fliegt wie fast immer tief, ich lass mich ein wenig hinreißen, und folge. Bei der Schneealm fliege ich auf 2000m, er deutlich unter mir :-). Martin fliegt Richtung Veitsch, ich denke mir, das kann doch nicht sein Ernst sein, in dieser Höhe? Na ja, ich folge ein Stück, 3m Sinken, schitt, 1900m, zurück zur Schneealm, schitt, 1800m. Ich frag mich echt, wieso ich sowas mitmache, jetzt endet der Flug wohlmöglich noch in einer Aussenlandung! Martin, Martin, wie machst du das, denk ich mir - jedenfalls nichts für mich. Na gut, Richtung Wiese Küb, die sollte sich ja ausgehen. Unter der Heukuppe (Rax-Gipfel) komme ich in 1750m, na org, von so weit unten hab ich noch nie auf die Heukuppe hinaufgesehen :-). Doch die SW Seite der Heukuppe tragt glücklicherweise wirklich sensationell, es steigt toll. Rasch bin ich auf 2500m, so, das ist meine Höhe, jetzt gehts zur Veitsch. Auf dem Weg zur Veitsch verliere ich überraschend viel, ich komme auf 1850m an. Doch die Veitsch ist wieder eine Bank, rasch geht es im Hangwind wieder hinauf auf 2300m. Wieder zur Rax, zum Gahns, zur Rax, zur Schneealm. Es ist 20Uhr. Sonnenuntergang über der Schneealm, ein herrliches Panorama! Ok, Schluss jetzt, Heimflug. Mit 150-170km/h gehts nach Wr. Neustadt, ich verlängere noch ein Stück Richtung Norden, lande um 20:31, 7 Minuten vor ECET :-).

In Summe: Mein längster und weitester Flug bislang, Flugzeit 10:31, gewertete 593km, obwohl ich erst um 13:00 beim Gahns weggeflogen bin, zum ersten Mal beim Hochkönig und am Abend zum ersten Mal Sonnenuntergang über den hohen Hausbergen erlebt, das alles motiviert für künftige Flüge! Ein toller Flug, dem viel Vorbereitung über den Winter vorausging, und der für künftige Flüge gute Motivation mit sich bringt.
Galerie

(1) Segelflug zum Hochkoenig 593km 10h31
(2) Kreisen Hohe Wand
(3) Blick auf Schneeberg
(4) Ankunft Veitsch rechts Mitte Hochschwab
(5) Anflug Aflenzer Staritzen Hochschwab
(6) Blick auf Oetscher ueber Staritzen
(7) Blick auf Hochkar ueber Staritzen
(8) Anflug Kalte Mauer
(9) Anflug Gesaeuse
(10) Ankunft Grosser Buchstein
(11) Im Hangwind am Buchstein Blick Dachstein
(12) Im Hangwind ueber den Haller Mauern
(13) Anflug Bosruck Blick auf Grimming und Dachstein
(14) Anflug Grimming rechts Dachstein
(15) Anflug Grimming
(16) Anflug Dachstein Suedwand
(17) Anflug Tennengebirge
(18) Tennengebirge
(19) Anflug Hochkoenig
(20) Wendepunkt beim Hochkoenig Blick Dachstein
(21) Blick in die Niederen Tauern vom Hochkoenig
(22) Rueckkehr zum Dachstein
(23) Dachstein Hochplateau Blick Grimming
(24) Bosruck Haller-Mauern Buchstein Gesaeuse Hochtor
(25) 5m Steigen in der Hochtor Welle vor Buchstein
(26) Rueckblick Dachstein
(27) Hochschwab bis Schneeberg aus 3800m Hoehe
(28) Erzberg
(29) Ueberflug Hochschwab
(30) Ankunft bei den Hausbergen Schneealm und Rax
(31) Sonnenuntergang ueber der Schneealm
(32) Sonnenuntergang ueber der Schneealm
(33) Sonnenuntergang ueber dem Oetscher
(34) Abendrot hinter dem Schneeberg
(35) Ankunft in Wiener Neustadt
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